Dauerbrenner Schulreinigung in Wuppertal

GEW fordert städtische Reinigungskräfte

Seit geraumer Zeit greift die GEW in Wuppertal die sich häufenden Beschwerden der Schulen über die mangelhafte Reinigungssituation auf. Bei einer Umfrage trafen in kürzester Zeit zahlreiche Rückmeldungen ein, alle mit der gleichen Tendenz: Es wird viel zu selten geputzt, die Klassenräume sind nur alle zweieinhalb Tage dran – auch im Winter, wenn Schnee und Nässe die Räume schnell verschmutzen
Dauerbrenner Schulreinigung in Wuppertal

Die Reinigungskräfte geben sich zwar große Mühe, haben aber entschieden zu wenig Zeit für die zu reinigenden Flächen. Turboputzen ohne Qualität ist die Folge. Auch die mangelhafte Toilettenreinigung ist ein viel diskutiertes Problem.
Die Stadt reagierte mit der Gründung des „Runden Tisches Schulreinigung“. Ihm gehören an: Vertreter*innen  der Stadt Wuppertal, Vertreter*innen des Gebäudemanagements (GMW), die Sprecher*innen der Wuppertaler Schulformen und die GEW Wuppertal. Inzwischen tagte der „Runde Tisch“ zum vierten Mal und erste Hausaufgaben wurden bereits erledigt, u.a. können individuelle Revierpläne für die Schulen erstellt werden, in denen festgelegt wird, welche Reinigungsleistungen in welchen Zeiträumen zu erledigen sind. Außerdem wurde das Personal für Kontrollaufgaben gegenüber den Reinigungsfirmen aufgestockt. Doch die bisherigen Maßnahmen gehen der GEW nicht weit genug, haben sie doch keine grundsätzliche Verbesserung gebracht.

Vorschlag der GEW: Kommunale Reinigungskräfte statt privater Reinigungsfirmen

Andere Städte wie z.B. Bochum und Düsseldorf machen es vor: Sie holen die städtischen Reinigungsaufgaben schrittweise zurück in ihren Verantwortungsbereich, so wie es sich in früheren Jahren bereits bewährt hat. Auch dort lagen die Ursachen vieler Probleme besonders im Gebaren der privaten Reinigungsfirmen, die ihre Arbeitskräfte scham- und skrupellos ausnutzen. Auch Wuppertaler Schulen berichten das der GEW gegenüber immer wieder: Die Firmen wechseln immer häufiger, aber die Leidtragenden bleiben neben den Schulen vor allem die befristet beschäftigten Reinigungskräfte!

„Die Vorteile einer Rekommunalisierung liegen auf der Hand,“ So Richard Voß vom Leitungsteam der GEW. „Unbefristete tarifliche Arbeitsverhältnisse mit kommunalen Reinigungskräften bedeuten für die Schulen und Kitas verlässliche  Ansprechpartner*innen und die Qualität der Reinigung und der Arbeitsplätze würde sicher steigen. Wir sind froh, dass der Stadtrat nun unseren Vorschlag aufgegriffen hat und die Übernahme der Reinigung in kommunale Verantwortung zumindest prüfen wird. Wir erwarten ein zügiges Handeln, damit die Dauerprobleme bei der Schulreinigung endlich gelöst werden.

Forderung der GEW: Zweite Toilettenreinigung muss Standard werden

Eine weitere Hauptforderung der GEW, nämlich die Erprobung einer zweiten Toilettenreinigung an ausgewählten Testschulen, wurde nicht aufgegriffen! Stattdessen wurde ab dem 01.03.2018 die sogenannte Toilettenfeuerwehr eingerichtet, die aber von den Schulen wenig in Anspruch genommen wurde. Die GEW findet das nicht erstaunlich. „Wenn z.B. 250 Grundschüler*innen einer offenen Ganztagsgrundschule ihre Toiletten vormittags benutzt haben, dann ist doch klar, dass spätestens um 13 Uhr noch einmal geputzt werden muss, damit man es bis 16 Uhr aushalten kann. Eine Feuerwehr, extra bestellt werden muss und die für das „Malheur“ zuständig ist, kann eine zweite Reinigung einfach nicht ersetzen.“

Die GEW Wuppertal bleibt bei diesem Thema am Ball und wird anlässlich des fünften „Runden Tisches“ Ende  Februar 2019 erneut die Verantwortlichen der Stadt Wuppertal drängen, die 2. Toilettenreinigung einzuführen und die Übernahme der Reinigung in kommunale Trägerschaft voranzutreiben.