GEW gegen Abriss der ehemaligen Pädagogischen Hochschule

Standort für Bildungseinrichtung erhalten

Die historische Bedeutung des Gebäudes mit seiner pädagogischen Tradition und die Verhinderung einer Containerlösung für die schulische Nutzung sind die wichtigsten Gründe für die GEW.
GEW gegen Abriss der ehemaligen Pädagogischen Hochschule

Foto: pixabay

Die Pädagogische Akademie - später Pädagogische Hochschule - steht für den demokratischen Neuanfang der Lehrerausbildung nach dem Faschismus. Generationen nicht nur von Wuppertaler Lehrerinnen und Lehrer haben dort eine demokratische und praxisorientierte Lehrerausbildung erfahren, letzteres könnte sogar heute noch Vorbildcharakter für die aktuelle Lehrerausbildung haben. Mit dem Abriss ginge ein wichtiger Teil des Gedächtnisses unserer Stadt und des Landes NRW verloren. Die ursprüngliche Idee, in dieser lernförderlichen Umgebung eine Bildungseinrichtung zu errichten, muss gerade für die heutige Zeit Bestand haben.

Die Stadt sollte alles dafür tun, um zwei Schulgemeinden über Jahre ein Lernen in Containern zu ersparen. Diese Übergangsbauten können nie die positiven bauphysikalischen Eigenschaften des vorhandenen Massivbaus haben. Das betrifft vor allem die Wärme- und die Lärmdämmung - in zweierlei Hinsicht ein wenig erträgliches Klima, das die zukünftigen Schüler*innen vor sich haben sollen.

Keine seriöse Bestandsaufnahme mit belastbaren Zahlen

Die sogenannten finanziellen Gründe für den Abriss halten keiner ernsthaften Überprüfung stand. Es liegt keinerlei seriöse Kostenkalkulation für eine Sanierung vor, ist doch in der Ratsvorlage von einer möglichen Spanne zwischen ca. 7 bis ca. 20,4 (!) Millionen Euro die Rede!

Für den Abriss und die Containerlösung liegen ebenso keine belastbaren Zahlen vor. Der Abriss wird mit 4,5 -5,5 Millionen Euro angegeben, die Kosten des Containeraufbaus werden gar nicht näher beziffert! (Zitat Ratsvorlage: „Die Kosten für notwendige temporäre Ersatzgebäude - ca. 2-3 Mio.€ pro Schulsanierung - müssen in den jeweiligen Baumaßnahmen abgebildet werden.“)

Auch Unwägbarkeiten bezüglich der Dauer der Sanierungsmaßnahmen werden wider besseres Wissen nicht einkalkuliert. Der mögliche Kostenunterschied zwischen Abriss und Gesamtsanierung ist also überhaupt nicht nachprüfbar und seriös dargestellt und kann auch im marginalen Bereich liegen.

Abgesehen verbietet sich das Vorgehen schon allein aus Gründen der Energieverschwendung und der Umweltverträglichkeit (Abriss - Aufbau Zwischenlösung - Abriss Zwischenlösung). Unverständlich auch, dass der Abriss geschehen soll, obwohl offiziell keine Pläne für die Nachnutzung des Grundstückes vorliegen. Zu vermuten ist allerdings, dass hier Fakten für eine spätere Luxuswohnbebauung geschaffen werden sollen.

Die in der Ratsvorlage aufgelisteten Mängel und Schäden waren weitgehend auch schon vorhanden, als das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium das Gebäude benutzt hat. Längst nicht alle in der Ratsvorlage aufgelisteten Sanierungsarbeiten müssen zwingend für eine Interimsnutzung durchgeführt werden. Das WDG hat 3,5 Jahre mit diesen technischen Mängeln gelebt. Problematisch sind allerdings die Schäden durch den Regenwassereinbruch des Jahres 2018, die aber in der Ratsvorlage nur eine untergeordnete Rolle spielen.  

Zügige Ertüchtigung als Übergangsquartier muss schnell angepackt werden

Eine zügige vertretbare Übergangsherrichtung der ehemaligen Pädagogischen Hochschule wäre für die beiden Schulen, die dringend auf den Umzug warten, zusätzlich ein großer Zeitgewinn gegenüber einem Abriss mit allen Unwägbarkeiten.

Die GEW fordert den Erhalt der Gebäude der Pädagogischen Hochschule und setzt sich für die zügige Übergangsinstandsetzung ein. Anschließend sollte dann eine Gesamtsanierung erfolgen und der Erhalt des Gebäudekomplexes für eine Bildungseinrichtung.

Wir würden uns freuen, wenn die zukünftigen Stadtverordneten im Rat der Stadt Wuppertal dieses Anliegen aufgreifen.