Ab heute arbeiten wir umsonst!

Lehrkräfte wollen endlich gleiche Bezahlung in allen Schulformen

Am 21. November 2017 treten Lehrer*innen aus Grundschulen und der Sekundarstufe I für eine Aufwertung ihres Berufs und die gleiche Bezahlung aller Lehrämter ein, denn die ungleiche Bezahlung führt dazu, dass sie ab diesem Tag quasi „umsonst“ arbeiten.
Ab heute arbeiten wir umsonst!

Foto: GEW

Die GEW NRW ruft deshalb zu einer symbolischen Aktion vor dem Landtag in Düsseldorf auf. Geplant ist eine große „13“ auf der Landtagswiese darzustellen, das ist nämlich die Gehaltsgruppe, die für alle erreicht werden soll.

Schulministerin Yvonne Gebauer, FDP, hatte für die Landesregierung eine Besoldungsreform in Aussicht gestellt, weil die mittlerweile gleichwertige Lehramtsausbildung besoldungsrechtliche Konsequenzen haben soll, von der auch Tarifbeschäftigte profitieren.

Für die GEW NRW ist dieser Schritt schon längst überfällig. Der namhafte Rechtsexperte Prof. Dr. Ralf Brinktrine, Universität Würzburg, hat in einem von der Bildungsgewerkschaft in Auftrag gegebene Gutachten die schulformabhängige Besoldungseinstufung von Lehrkräften als verfassungswidrig bewertet.

Für Richard Voß vom Leitungsteam der GEW Wuppertal bedeutet das: „Es gibt keine sachlichen Gründe, Lehrkräfte an Grundschulen und an den Schulformen der Sekundarstufe I schlechter zu bezahlen. Hochschulausbildung und Vorbereitungsdienst sind für Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen seit 2009 gleich lang. Im Lernprozess der Kinder leisten sie gleichwertige Arbeit. Trotzdem verdienen Lehrkräfte an der Grundschule und an den Schulen der Sekundarstufe I im Einstiegsgehalt als Berufsanfänger*innen monatlich über 600 Euro weniger als Lehrer*innen an Gymnasien und in der Sekundarstufe II sowie an Berufskollegs. Das ist schlicht ungerecht und muss zügig beendet werden! Eine Folge dieser Ungerechtigkeit ist sicher auch, dass vor allem für die Grundschulen zu wenig Lehrkräfte zur Verfügung stehen.“

Richard Voß ergänzt ein weiteres zentrales politisches Ziel der GEW: „Bei der angekündigten Reform der Besoldung dürfen jetzt diejenigen nicht abgehängt werden, die zwar nach einer alten Studienordnung vor 2009 studiert haben, deren Berufserfahrung aber die inzwischen verlängerte Ausbildungszeit mehr als aufwiegt und die in der aktuellen Situation des Lehrkräftemangels zudem viele zusätzliche Aufgaben wie die Einarbeitung von Kolleg*innen ohne Lehramt übernehmen. Berufserfahrung und die Übernahme von Verantwortung müssen angemessen honoriert werden."

JA 13! Weil alle Lehrkräfte es verdienen!

Auch in Wuppertal ist der Unmut über die ungleiche Bezahlung sehr groß, so dass viele an der Aktion vor dem Landtag teilzunehmen. Zahlreiche Lehrkräfte und Lehrerkollegien haben ihre persönlichen Fotos mit der "13" für die Aktion zur Verfügung gestellt. Die Bildergalerie dazu ist weiter unten.

Fotogalerie Aktion JA 13