Dramatische Personalsituation an den Grundschulen

Stellen laufen leer – Notmaßnahmen müssen greifen

Auf Grund eines Bewerber*innenmangels können viele Stellen im laufendne Einstellungsverfahren nicht besetzt werden. Allein in Wuppertal konnten 42 von 48 Stellen bisher nicht besetzt werden. Steuern die Grundschulen auf einen erheblichen Lehrermangel zu?
Dramatische Personalsituation an den Grundschulen

Foto: A-Windmüller/pixelio.de

Erschreckende Rückmeldungen aus dem laufenden Einstellungsverfahren zum Schuljahresbeginn legen dies nahe. Zahlreiche Stellen können mangels Bewerber*innen nicht wieder besetzt werden und laufen leer.Allein in Wuppertal konnten 42 von 48 Stellen bisher nicht besetzt werden. In anderen Bezirken und Regionen sieht es ähnlich düster aus. Auch wenn das Schulministerium jetzt händeringend versucht, durch mehrere Nachrückverfahren diese Stellen noch zu besetzen, ist klar absehbar, dass viele Stellen an den Grundschulen unbesetzt bleiben. Eine Ursache für den Lehrermangel ist nach Einschätzung der GEW  der durch die Umstellung des Studiums bedingte vorübergehende Rückgang der Masterabsolventen aus den Hochschulen, die in den Vorbereitungsdienst eintreten. So habe sich die Zahl der  Referendar*innen, die zum 1.5 und 1.11. dieses Jahres den Vorbereitungsdienst antreten, halbiert.  Zulassungsbeschränkungen, zu wenige Studienplätze und teils extreme Anforderungen an das Lehramt Grundschule sowie eine schlechtere Bezahlung als bei anderen Lehrämtern würden darüber hinaus zu diesem Engpass beitragen. Der Mangel ist also durchaus auch „hausgemacht“.

Der Markt ist leer gefegt
Die GEW fordert rasche Abhilfe durch zeitlich befristete Notmaßnahmen, um vordringlich die teils gravierenden regionalen Unterschiede bei der Lehrerversorgung abzubauen. „Wir sollten die Anerkennung ausländischer Lehrämter ermöglichen und auch Stellen für den Seiteneinstieg öffnen. Damit könnten zusätzliche Lehrkräfte eingestellt werden, die pädagogisch ausgebildet sind und weiterqualifiziert werden können.“ Das forderte Dorothea Schäfer, Landesvorsitzende der GEW. Schon jetzt führe der Lehrermangel zu zusätzlich hohen Belastungen des Kollegiums, steigende Krankmeldungen seien die Folge. Hier fordert die GEW schnelle Abhilfe durch Entlastung und hat auch Vorschläge parat. Dorothea Schäfer: „Wir fordern ein Aussetzen der Qualitätsanalyse. Auch die Lernstandserhebung VERA 3 und die Sprachstandserhebung Delfin 4 können vorerst ausgesetzt werden.“