Endlich Abstandsgebot in Wuppertaler Schulklassen beschlossen

Doch wann wird gehandelt?

Die Stadt Wuppertal hat am 10.12. wenigstens Abstandsregeln ab der Klasse 7 auch in Klassenzimmern beschlossen, doch steht das noch unter Genehmigungsvorbehalt des Schulministeriums.
Endlich Abstandsgebot in Wuppertaler Schulklassen beschlossen

Foto: pixabay

Bereits am 7.12.20 musste Johannes Slawig, Leiter des Wuppertaler Krisenstabes, es eingestehen, dass der Schlüssel der Verbreitung des Coronavirus in Wuppertal in den Schulen liegt. Woche für Woche ist gut die Hälfte der Schulen in Wuppertal mit Infektionen und teilweise umfangreichen Quarantänemaßnahmen betroffen. Allein am 10.12.2020 waren 180 Schüler*innen in Wuppertaler Schulen infiziert. Schon seit vielen Wochen kann das Gesundheitsamt die Schulen nicht mehr ausreichend betreuen.

Jetzt hat die Stadt Wuppertal am Abend des 10.12. wenigstens Abstandsregeln ab der Klasse 7 auch in Klassenzimmern beschlossen, doch steht das noch unter Genehmigungsvorbehalt des Schulministeriums.

Es ist an der Zeit, dass auch die Schulministerin die Augen nicht vor dem Infektionsgeschehen in den Schulen verschließt. Stattdessen versucht sie mit undifferenzierten Prozentzahlen, die nicht mit anderen Statistiken zu vergleichen sind, die Situation zu verschleiern. Nur 3% der Lehrkräfte seien am Stichtag 10.12.20 in Quarantäne. Zum Vergleich: Wenn 3% der Wuppertaler in Quarantäne wären, hätten wir zweieinhalbmal so viele Betroffene wie aktuell zu verzeichnen sind.

Das Schulministerium, muss von der Illusion Abschied nehmen, in den Schulen würde Regelbetrieb herrschen. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Wenn diese Maßnahmen der Stadt noch eine Wirkung entfalten sollen, ist keine Zeit zu verlieren, starten die Weihnachtsferien doch sowieso in einer Woche.

Seit neun Monaten ist der Alltag der Schulen von der Pandemie bestimmt, doch ein wirksames Konzept für den Gesundheitsschutz der Beschäftigten und Schüler*innen fehlt genauso wie ein Konzept, das den Schulen Sicherheit gibt, wie sie mit dem pandemiebedingten Unterrichtsausfall in Hinsicht auf die Lerninhalte und Prüfungsleistungen umgehen sollen.