Equal Pay Day: "Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit!"

GEW fordert faire und gleiche Bezahlung aller Lehrkräfte.

„Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit!“ – so lautet die Forderung für den Equal Pay Day am 18. März. Frauen müssen bis zu diesem Datum arbeiten, um das durchschnittliche Jahreseinkommen zu verdienen, dass Männer bereits zum 31.12. des Vorjahres erreicht haben. Für die GEW Anlass, ihre Forderung „gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit“ für die Beschäftigten im Schuldienst zu bekräftigen.
Equal Pay Day:

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„Nach wie vor  lautet ein ungeschriebenes Gesetz in der Bezahlung der Lehrkräfte „Kleine Kinder - kleines Geld, große Kinder - großes Geld“. Dort, wo besonders viele Frauen arbeiten, wie an den Grundschulen, werden sie niedriger besoldet. Damit muss Schluss sein. Wir wollen die Gehaltslücke schließen. Deshalb fordert die GEW eine gleiche Bezahlung für alle Lehrkräfte auf dem Niveau der Sekundarstufe II“, erklärt Richard Voß, vom Leitungsteam der GEW in Wuppertal anlässlich des Equal Pay Day.


Die Forderung der GEW gilt für Beamt*innen und tarifbeschäftigte Lehrkräfte aller Schulformen, weil die ungleiche Bezahlung nicht nur die Grundschulen, sondern auch  alle Lehrkräfte in der Sekundarstufe I trifft. Hier liegt das Einstiegsgehalt nach Berechnungen der GEW etwa 600 Euro unter dem Gehalt der Kolleg*innen an Gymnasien und Berufskollegs.
Diese Praxis wertet die GEW als verfassungswidrig, denn  es gibt im Jahr 2017 keine sachlichen Gründe mehr dafür. „Hochschulausbildung und Vorbereitungsdienst sind für Lehrerkräfte aller Schulformen gleich lang. Im Lernprozess der Kinder leisten sie gleichwertige Arbeit“, betont Richard Voß.
In einem von der GEW in Auftrag gegebenen Gutachten bewertet die  Rechtsexpertin Prof. Dr. Eva Kocher die derzeitige Praxis als mittelbare Geschlechtsdiskriminierung. Diese liegt dann vor, wenn scheinbar neutrale Kriterien sich so auf eine bestimmte Personengruppe auswirken, dass sie benachteiligt wird. Voß: „Natürlich gibt es auch Männer an Grundschulen und Frauen an Gymnasien. Allerdings sind Frauen an Grundschulen überproportional von der ungleichen Besoldung betroffen, denn hier arbeiten über 91 % Frauen.“
Der Lehrer*innenberuf ist ein sehr anspruchsvoller Beruf, unterstreicht Voß, und zwar an jeder Schulform. „An Grundschulen wird das Fundament für die Bildungskarriere der Kinder gelegt. Hier wird neben dem Lesen, Schreiben und Rechnen auch vermittelt, wie man lernt und Verantwortung für sich selbst und andere übernimmt. Eine faire Bezahlung für alle Lehrkräfte ist deshalb überfällig.“