GEW Wuppertal: Zu wenig Lehrerstellen für zugewanderte Kinder

Situation der Seiteneinsteiger-Klassen für Migrantenkinder

Im Bericht der Westdeutschen Zeitung vom 4.4.2015 über die Seiteneinsteiger-Klassen für Migrantenkinder wird die Unterstützung der Lehramtsstudenten gelobt. Diese Unterstützung ist sicher wertvoll. Doch darf sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Land NRW den Schulen viel zu wenige Lehrkräfte für diese schwierige Aufgabe zur Verfügung stellt.
GEW Wuppertal: Zu wenig Lehrerstellen für zugewanderte Kinder

Foto: pixabay

Die Anzahl der zugewanderten Kinder steigt kontinuierlich, doch die Lehrerzuweisung stagniert. In ganz NRW sind 10 000 zusätzliche Kinder und Jugendliche im Jahr 2014 eingereist. Zwar hat das Schulministerium im November 2014 dafür 300 neue Lehrerstellen in Aussicht gestellt, doch in Wuppertal ist davon bis heute keine einzige angekommen. Das Gegenteil ist der Fall: Gab es bisher eine Lehrerstelle für 15 Kinder in einer Seiteneinsteiger-Klasse, werden zurzeit die Klassen mit 20 Kindern aufgefüllt und zukünftig erhalten die Schulen nur noch eine halbe Lehrerstelle pro Klasse. Die Ministerpräsidentin hatte versprochen, eine „Willkommenskultur für Flüchtlinge“ zu schaffen. Wenn jetzt Klassen vergrößert  und Lehrerzuweisungen gekürzt werden für Kinder, die kein Wort Deutsch sprechen, aus unterschiedlichen Ländern und Krisengebieten kommen und oftmals kaum eine Schule besucht haben,  sind neue Probleme vorprogrammiert.

Die GEW Wuppertal stellt fest: Wer daran interessiert ist, dass die zugewanderten Kinder schnell integriert und gut ausgebildet werden, der darf nicht nur von „Willkommenskultur“ reden, sondern muss auch Ressourcen zur Verfügung stellen. Wer diese Ressourcen verweigert, lässt die Schulen mit der unbestritten großen Herausforderung, diesen Kindern gerecht zu werden, im Stich.