Skandal: Schulministerium kürzt Stellen für Unterrichtsvertretung um 25%

1100 Lehrerstellen zu wenig berechnet

Im kommenden Schuljahr gibt es in den Schulen in NRW rund 17 000 mehr Schüler*innen als vom Schulministerium prognostiziert. Dafür müssten gut 1100 Lehrerstellen geschaffen werden, um die Unterrichtsversorgung sicherzustellen, so zu lesen im Erlass zur Lehrerstellenzuweisung im Schuljahr 2015/16.
Skandal: Schulministerium kürzt Stellen für Unterrichtsvertretung um 25%

Foto: pixabay

Doch anstatt 1100 Lehrkräfte einzustellen, kündigt das Schulministerium die Kürzung der Stellen für Unterrichtsvertretung um 25% (1013 Stellen) an. Betroffen sind die Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen sowie die Berufskollegs.Das trifft etliche Wuppertaler Schulen besonders hart, haben sie doch jetzt schon Lücken in der Lehrerversorgung.

Hintergrund der falschen Prognose sind vor allem die gestiegenen Zuzüge aus anderen Ländern. Diese Schüle*innen sind zum großen Teil im Laufe des letzten Kalenderjahres dazu gekommen, allerdings nicht bei den Haushaltsplanungen berücksichtigt worden.

„Dieses Vorgehen ist unverantwortlich und bildungsfeindlich!“, so die GEW Wuppertal. „Schon jetzt reichen die wenigen Stellenanteile, die für Vertretungsfälle zur Verfügung stehen, vorne und hinten nicht aus. Wenn jetzt auch noch diese knappen Ressourcen für Vertretung drastisch gekürzt werden, sind weitere Unterrichtsausfälle unvermeidlich.“ 

Die GEW hat errechnet, dass allein in den Wuppertaler Grundschulen mehr als 8000 Vertretungsstunden im nächsten Schuljahr durch diese Kürzung ersatzlos wegfallen müssen. Es gibt nur eine bildungspolitisch verantwortliche Antwort auf diese Lehrerlücke in NRW: Ein Nachtragshaushalt mit 1100 zusätzlichen Stellen!