Aktionsstand gegen Lehrermangel 14.9.2021 - 15 Uhr

Komm zum Kerstenplatz in Wuppertal

Allein in den Wuppertaler Grund- und Förderschulen sind 130 Lehrerstellen nicht besetzt. Hinzu kommen Ausfälle wegen Elternzeit und Krankheit.
Aktionsstand gegen Lehrermangel 14.9.2021 - 15 Uhr

Illustration: Canva

Mit der Kampagne „#IhrFehlt für gute Schule“ protestiert die Bildungsgewerkschaft GEW gegen den eklatanten Mangel an Lehrer*innen in den NRW-Schulen und gegen die unwirksamen Maßnahmen der Landesregierung. „Dieser Mangel verhindert Bildungschancen unserer Kinder und Jugendlichen“, erklärt Richard Voß vom Leitungsteam der GEW in Wuppertal. Darauf will die GEW mit einer Aktion auf dem Kerstenplatz in Wuppertal-Elberfeld am 14.9.2021 zwischen 15 und 17 Uhr aufmerksam machen. Zwanzig lebensgroße Figuren sollen dabei symbolisch für die fehlenden Lehrkräfte aufgestellt werden. Die Landtagsabgeordneten sind dazu eingeladen und haben schon teilweise ihr Kommen angekündigt.

In Wuppertal fehlen allein in Grundschulen rund 70 Lehrkräfte und an den Förderschulen mehr als 60, nicht mitgerechnet die Ausfälle wegen Mutterschutz, Elternzeit und langfristiger Erkrankung, für die keine Vertretungen gefunden werden können. Sie fehlen, um ausreichend Unterricht zu gewährleisten, sie fehlen für die individuelle Förderung, sie fehlen den Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und insgesamt für gute Schule. In NRW summiert sich das auf mehr als 4000 Lehrkräfte. „Dieser chronische Mangel verhindert, dass wir in kleineren Klassen verlässlich und individuell beste Bildung bieten können.“ So Martina Haesen vom Leitungsteam der GEW in Wuppertal.

Ausbaden müssen das die Schüler*innen mit schlechteren Chancen auf ihrem Lebensweg und die Beschäftigten mit einer größeren Belastung. Viele Lehrkräfte gehen deshalb weit über ihre Grenzen, damit Kinder und Jugendliche nicht im Regen stehen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Damit sich mehr Menschen vor allem an einer Grund- oder Förderschule für den Beruf als Lehrkraft entscheiden, brauchen wir sofort ein Ende der verfassungswidrigen ungleichen Bezahlung. Solange die Lehrkräfte in der Sekundarstufe II wesentlich besser bezahlt werden, wird das nicht gelingen. Hier ist der Landtag in der Pflicht, dies zu verändern.

Die GEW fordert, die Studienkapazitäten für Lehrämter sofort zu erhöhen. Hier ist schon seit Jahren viel versäumt worden. Als Folge arbeiten immer mehr Seitenteneinsteiger*innen in die Schulen, inzwischen machen sie oft mehr als ein Drittel des Kollegiums aus. Oft sind sie nur befristet beschäftigt, was Unsicherheit und häufige Schulwechsel nach sich zieht. In den Wuppertaler Grundschulen arbeiten z.B. über 200 befristete Vertretungskräfte ohne Lehrerausbildung. Die Einarbeitung wird auf die Schulen abgewälzt, ohne ihnen ausreichend Ressourcen dafür zu geben. Hier ist dringend ein umfassendes Qualifizierungskonzept und eine Beschäftigung mit langfristiger Perspektive erforderlich.