Der Wuppertaler Osten braucht eine neue Gesamtschule

Benachteiligungen abbauen, Chancengleichheit entwickeln

Ziel der Schulentwicklungspolitik in Wuppertal muss es sein, ein Schulsystem zu fördern, das auf Chancengleichheit ausgerichtet ist und alle Kinder zu ihrem bestmöglichen Schulabschluss führt.
Der Wuppertaler Osten braucht eine neue Gesamtschule

Foto: Tomizak/pixelio.de

Nach Überzeugung der GEW kann dies am besten gelingen, wenn die gemeinsame Beschulung der Kinder in der Grundschule auch in der Sekundarstufe I fortgesetzt wird. In Wuppertal ist die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen aus gutem Grund bei den Eltern ungebrochen. Diese Nachfrage kann aber leider nicht ausreichend befriedigt werden, denn seit Jahren bekommen zwischen 300 und 350 Kinder eine Absage.

In der Gesamtschule wird die Leistungsheterogenität der Kinder als Chance und Gewinn für die Entwicklung aller Schülerinnen und Schüler gesehen. Sie knüpft an die pädagogisch absolut erfolgreiche Arbeit der Grundschule an, sie setzt sie fort.

Die Gesamtschule hält alle Wege offen und verbaut sie nicht, noch bevor Kinder die Chance haben, sich zu entwickeln. Das Ziel der Gesamtschule ist es, ihre Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und ihrem kulturellen Hintergrund zu dem bestmöglichen Abschluss zu führen.

Untersuchungen und die konkreten Erfahrungen an den Gesamtschulen zeigen, dass dort deutlich mehr Schülerinnen und Schüler einen höheren Abschluss erreichen, als nach der Grundschulempfehlung zu erwarten war. So hat eine Erhebung an 95 Gesamtschulen in NRW ergeben, dass 75 % der Schüler und Schülerinnen des Abiturjahrgangs dieser Schulen keine Gymnasialempfehlung bekommen hatten. Außerdem kann man feststellen, dass an Gesamtschulen ca. dreimal so viel Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund das Abitur erlangen wie an Gymnasien. Kinder aus weniger bildungsorientierten Elternhäusern haben auf Grund mangelnder familiärer Unterstützung an einer Gesamtschule deutlich bessere Bildungschancen.

Wuppertal ist eine Stadt mit einem hohen Anteil an sozial benachteiligten Familien. Mindestens 30% der Kinder leben in Familien, die auf Sozialleistungen angewiesen sind. Die Erhebung der Stadt Wuppertal hat gezeigt, dass überwiegend im Osten der Stadt - also in den Stadtteilen mit den höchsten sozialen Problemlagen - die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen nicht erfüllt werden kann. Angesichts der hervorragenden Integrationsleistung von Gesamtschulen, ist das besonders problematisch, weil diese Stadtbezirke weiter abgehängt zu werden drohen. Gegen diese Benachteiligung der Kinder muss die Stadt umgehend etwas tun. Eine neue Gesamtschule im Wuppertaler Osten wäre hier das richtige Signal für eine Schulentwicklung, die sich an den konkreten Bedürfnissen der Eltern und Kinder orientiert.  

Die GEW erwartet darüber hinaus, dass die Struktur der weiterführenden Schulen in ganz Wuppertal in einem zahlenmäßig gut fundierten Schulentwicklungsplan gründlich auf den Prüfstand gestellt wird. Ziel muss es sein, arbeitsfähige Systeme stadtteilnah vorzuhalten, die in der Lage sind, den Herausforderungen von Integration und Inklusion so zu begegnen, dass alle Kinder davon profitieren.

Beschlossen auf der offenen Vorstandssitzung der GEW-Wuppertal am 31.5.2017

 

Tabellen des Schulausschusses für Aufnahmen und Abweisungen in der Klasse 5 zum Schuljahr 2017/2018 befinden sich hier: