GEW: Steigende Infektionszahlen erfordern Stufenplan

Fürsorge sieht anders aus

Die Schulministerin ist ohne schlüssiges Konzept und von Wunschvorstellungen geleitet.
GEW: Steigende Infektionszahlen erfordern Stufenplan

Foto: Dominik Buschardt

Bei ihrem live gestreamten Pressebriefing am 21.10.20 räumte Ministerin Gebauer dem Normalbetrieb die höchste Priorität ein. Wer auf einen Stufenplan zur Anpassung an eine dynamische Pandemieentwicklung gehofft hatte, wurde enttäuscht. Ministerin Gebauer beharrte darauf, dass Schulen im Hinblick auf die Corona-Pandemie sichere Orte seien und berief sich dabei auf Fallzahlen aus der Zeit vor den Herbstferien. Ein schlüssiges Konzept blieb die Ministerin schuldig, wie eine genaue Betrachtung der vorgesehenen Maßnahmen zeigt.

Schutzempfehlung AHA + L für Schulen nur eingeschränkt

Abstand
Die Ministerin setzt auf voll besetzte Klassenzimmer mit Präsenzunterricht für alle Kinder an jedem Tag „so lange als möglich“. Das bedeutet, vor der Schulschließung gibt es keine Zwischenstufe mit einem Unterricht in kleineren Gruppen wie vom RKI empfohlen.

Hygiene

Schon vor den Ferien gab etwa jede 4. Schule bei der wöchentlichen Befragung an, Probleme mit der Einhaltung der Vorgaben zu Hygienestandards zu haben. Diese brisante Information wird vom MSB leider verschwiegen, Ursachenforschung findet nicht statt.

Alltagsmasken

Für Grundschulkinder sind sie weiterhin im Klassenraum bei fester Sitzordnung nicht vorgeschrieben.

Lüftung

Vorrangiges Ziel ist die „Belüftungsfähigkeit“ der Räume. Für Räume, die bisher nicht belüftet werden können, soll ein 50 Mio. Sonderprogramm für transportable Filteranlagen aufgelegt werden, eine begrüßenswerte Maßnahme, deren Umsetzung sicher noch einige Zeit erfordern wird. Die Schulen erhalten einen Leitfaden für richtiges Lüften, bleiben aber mit der Lösung der Alltagsprobleme allein, die beim Lüften während der Schulstunde in voll besetzten Klassenräumen entstehen.

Tests für Lehrkräfte

Bis Weihnachten dürfen Lehrkräfte sich dreimal testen lassen. Damit werden die Abstände zwischen den möglichen Tests vergrößert und eine frühzeitige Erkennung von Infektionsherden erschwert.

Die GEW fordert wie vom RKI empfohlen einen Stufenplan gekoppelt an die Inzidenzwerte > 35 und > 50

  • Wiedereinführung der Maskenpflicht im Unterricht auch in Grundschulen
  • Reduzierung der Lerngruppen mit einem Wechsel von Präsenz- und Distanzlernen