Neue Wege in der Bildungspolitik: Schulen ungleich behandeln?

Information und Diskussion am 26.4.2018

Der Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft ist in Deutschland sehr stark ausgeprägt. Auch die Wuppertaler Schulen stehen vor extrem ungleichen Ausgangsbedingungen, da die soziale und ethnische Spaltung in den Zusammensetzungen enorm ist. Sie offenbart die ungleichen Bedarfe an Ressourcenausstattungen, bei denen ein Sozialindex weiterhelfen kann.

Foto: pixabay

Seit 2006 gibt es den vom Schulministerium entwickelten Sozialindex für Kommunen, nachdem aktuell 1.000 Stellen für die Grund- sowie 620 Stellen für die Hauptschulen landesweit verteilt werden. Für die konkrete Verteilung der Stellen an die einzelnen Schulen ist die jeweilige Schulaufsicht zuständig, die in der Regel nicht über objektive Daten für eine quantifizierbare bedarfsgerechte Verteilung verfügt.

Der sozialräumliche Index ist veraltetEine bedarfsgerechte Verteilung von Lehrerstellen an weitere benachteiligte Schulen wie beispielsweise Real-, Gesamt- oder Berufsschulen sowie Gymnasien gibt es derzeit nicht. Das ist nicht gerechtfertigt. Dieser vorwiegend sozialräumliche Index für die sehr allgemeine Ebene der Schulaufsichtsbezirke ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr dem Stand der Forschung und der Möglichkeiten. Aufgrund der derzeitigen Datenverfügbarkeit sowie der rechtlichen Möglichkeiten können nur die Schulstandorte, nicht die Wohnorte der Kinder betrachtet werden. Exemplarisch kann gezeigt werden, dass die Verwendung von Schüler*innenadressen das Ergebnis verbessern würde. Dieser adressbasierte Ansatz liefert vor allem für weiterführende Schulen gute Ergebnisse, da insbesondere im Sekundarbereich die Kinder häufig nicht im direkten Umfeld der Schulen wohnen. Ebenso löst sich die ehemals enge Kopplung im Grundschulbereich im Zuge der seit 2008 freien Grundschulwahl zunehmend auf.

Neue Ansätze eines schulscharfen SozialindexIn seinem Vortrag berichtet Thomas Groos über Ansätze und Verfahren eines schulscharfen Sozialindex, der die einzelne Schule passgenau in den Blick nimmt und somit Ressourcen bedarfsgerechter verteilen könnte. Er berichtet auch über Kommunen (z.B. Mülheim), die sich bereits auf den Weg gemacht haben.
Neben Schulen sind Schulpolitiker*innen und Verwaltung der Stadt Wuppertal ebenfalls herzlich eingeladen.

Donnerstag, 26.4.2018
19 Uhr
die börse, Wolkenburg 100, 42119 Wuppertal

Information und Diskussion
Referent:
Thomas Groos, Abteilungsleiter Statistik Stadt Solingen

Flyer zum Download