Es bewegt sich was!

Vertretungstopf wird aufgestockt

Nach der ursprünglich geplanten Halbierung der Mittel will das Schulministerium jetzt den Topf für Vertretungsunterricht um 9,5 Millionen EURO auf rund 34 Millionen EURO aufstocken. Für die GEW ein Teilerfolg, aber die Lage für Schulen und Lehrkräfte bleibt schwierig.

"Da bewegt sich was. Ein erster Schritt zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung an den Schulen, aber die Lage bleibt schwierig", mit diesen Worten reagierte GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer auf die Ankündigung Schulministerin Löhrmanns, einen Teil der Vertretungsmittel wieder frei zu geben.

Schäfer kritisierte die chaotische Finanzplanung des MSW zulasten der Vertretungslehrkräfte. Diese hätten keine Anschlussverträge bekommen und mussten sich nach anderen Beschäftigungsmöglichkeiten umsehen. "Viele Vertretungskräfte sind leer ausgegangen und es bleibt fraglich, ob sie nach den Ferien einen neuen Vertrag bekommen", befürchtet Schäfer.

Lehrer*innenarbeitsmarkt angespannt

Die Lage auf dem Lehrer*innenarbeitsmarkt sei angespannt. Viele Lehramtsabsolvent*innen suchten derzeit eine Beschäftigungsmöglichkeit, häufig auch als Anschlussbeschäftigung nach dem Referendariat. Nach Angaben der Arbeitsagentur sei die Zahl der arbeitssuchend gemeldeten Lehrkräfte im Juni gegenüber dem Vorjahr um über 60% auf rund 3.500 gestiegen. Die Arbeitslosenzahl erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 80,7% auf knapp 1.500.

Sperrung der Flexiblen Mittel für Vertretungsunterricht

 

Schulministerin Löhrmann hatte im April die vorläufige Sperrung der Hälfte der Mittel für den Vertretungsunterricht verkündet und die Schulen aufgefordert, alle Möglichkeiten auszuschöpfen Vertretungsunterricht mit eigenen Kräften zu organisieren. Die GEW hatte dies als faktische Arbeitszeitverlängerung und eine erneute Zumutung für die Lehrkräfte kritisiert. Dadurch würden insbesondere auch die Beschäftigungsmöglichkeiten neu ausgebildeter Lehramtsabsolvent*innen deutlich reduziert. Löhrmann solle ihrer Fürsorgepflicht für die Lehrer*innen nachkommen.