Lehrer*innenausbildung verbessern – Belastung senken!

Evaluation des Reformierten Vorbereitungsdienstes

An der Art und Weise, wie der Vorbereitungsdienst in NRW verkürzt wurde, übt die GEW Kritik und fordert Verbesserungen der Ausbildungssituation. Der Ausbildungsdruck habe sich deutlich erhöht und es sei ein schwerer Fehler gewesen, das Referendariat auch für Lehramtsanwärter*innen zu verkürzen, die zuvor das Praxissemester im Masterstudium nicht absolviert hätten.

GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer hält es für eine unnötige Belastung sowohl der Referendar*innen als auch der Seminarausbilder*innen, dass fiskalische Gründe den Ausschlag gegeben hätten.

Fundierte Klagen, die die GEW aus den Seminaren von den Auszubildenden und Ausbilder*innen gleichermaßen erreichten, richteten sich vor allem gegen den enormen Zeitdruck. Die Zeit für die Unterrichtsvorbereitung reiche nicht aus und die Zahl der Unterrichtsbesuche sei schon organisatorisch kaum zu schaffen. Es seien genauso viel Unterrichtsbesuche in 18 Monaten zu leisten wie früher in 24 Monaten. Auch der Umfang des sog. bedarfsdeckenden Unterrichts sei gleich geblieben.

Schäfer fordert: "Der Druck ist zu groß, die Referendar*innen brauchen Entlastung." Die GEW-Landesvorsitzende gibt zu bedenken: "Unter diesen Bedingungen ist zu überlegen, ob der zweijährige Vorbereitungsdienst nicht doch die bessere Alternative ist, auch im Sinne besserer Ausbildungsqualität." Als positiv zu bewerten seien sicherlich das neue Beratungsformat der personenorientierten Beratung und des Coaching sowie auch das neue Kerncurriculum.

Zusätzliche Probleme bereite auch der Beginn des Vorbereitungsdienstes am 1. Mai bzw. 1. November. Wer im Mai anfange, habe regelmäßig etwa einen Monat weniger Ausbildungszeit als beim Start im November.

In einer von der Jungen GEW initiierten Unterschriftenkampagne haben Anfang des Jahres rund 4000 angehende Lehrkräfte ihre Kritik am reformierten Vorbereitungsdienst geäußert. Die Kampagne stand unter dem Motto "Nein zu erzwungener Arbeitslosigkeit, willkürlicher Ausbildungsdauer, steigendem Prüfungsdruck und sinkenden Bezügen".