Mit Trommeln, Tröten und Trillerpfeifen und viel Wut im Bauch machten angestellte Lehrkräfte, Sozialarbeitskräfte und studentische Beschäftigte ihrem Ärger über die Blokadehaltung der Arbeitgeber Luft. Sie alle verdienen eine deutliche Gehaltssteigerung, damit sie weiter gesund und motiviert ihre gute Arbeit leisten können. Das ist auch ein Ausdruck von Wertschätzung für diese wichtige Arbeit.
Richard Voß widerlegt bei der Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz die Behauptung der Arbeitgeber, sie hätten kein Geld, sie müssten leider, leider auch bei der Bildung sparen. “Geld ist genug da, es wird nur falsch verteilt. Unsere Regierungen sorgen dafür, dass die Reichen immer reicher werden und die Bildung sträflich vernachlässigt wird. 200 Milliarden mehr in der Kasse, wenn die Steuerhinterziehung endlich bekämpft wird, 700 Millionen mehr, wenn endlich die Digitalsteuer kommt, 17 Milliarden bringt eine Reform der Erbschaftssteuer, 20 Milliarden bringt eine Vermögenssteuer. Und die 200 Millionen, die das Land jährlich einspart, weil 8000 Lehrkräfte fehlen, die wollen wir für die Beschäftigten haben!"
Stephan Osterhage-Klingler, stellvertretender Landesvorsitzender der GEW, ergänzt: "Die Bundesregierung hat ein riesiges Sondervermögen geschaffen für dringend benötigte Investitionen in die öffentliche Infrastruktur. Das ist gut so. Aber wir sagen auch: Das Geld darf nicht nur in Beton und Asphalt fließen, sondern muss auch für Bildung zur Verfügung stehen und für die Menschen, die sie vermitteln.
Aber auch strukturelle Verbesserungen müssen seiner Meinung nach endlich angegangen werden: “Wer höherwertige Aufgaben übernimmt, steigt in eine höhere Entgeltgruppe auf. Das sollte eigentlich bedeuten, dass man auch mehr verdient als vorher. Im Tarifvertrag der Länder besteht jedoch weiterhin eine unsinnige Regelung, die dazu führt, dass viele Kolleg*innen bei der Höhergruppierung in eine niedrigere Erfahrungsstufe gelangen und teils erhebliche Gehaltseinbußen erleiden. Das kann man niemandem erklären und das gehört einfach abgeschafft!"
Solveig Klebert fordert endlich einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte. “Ich arbeite seit 3 Jahren an der Uni und habe schon 8 befristete Verträge und jedes Mal weiß ich nach dem Sommersemester nicht, ob es weiter geht. Wir brauchen einen Tarifvertrag, der Mindestlaufzeiten von 24 Monaten und eine tarifliche Bezahlung festlegt.”
Martina Haesen-Maluck erklärt sich als Beamtin solidarisch. “Ich bin sauer über die ständige Benachteiligung der Angestellten.” Beamt*innen haben guten Grund sich solidarisch zu zeigen, denn auch sie profitieren von den erstreikten Gehaltserhöhungen.
Für die Sozialpädagogischen Fachkräfte ergreift Maricela hat Wort: “Wir leisten so wichtige Arbeit für die Kinder und Jugendlichen, aber werden trotz Hochschulstudium viel zu niedrig eingruppiert. Wir fühlen uns einfach nicht wertgeschätzt! Unsere Arbeit ist Gold Wert, bezahlt werden wir mit Blech!”
Alle sind sich einig: Wir werden weiter auf die Straße gehen, damit die Arbeitgeber sich bewegen: 7% mehr Gehalt, mindestens 300€.
Hier der Bericht aus der WZ vom 23.1.2026


