Neuigkeiten 12.05.2026

GEW: Kinder sind nicht schuld an maroden Schultoiletten

Sanierungsstau beheben statt Schuldzuweisungen

Großes Unverständnis über Stellungnahme des Gebäudemanegements

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Mit großem Unverständnis nimmt die GEW Wuppertal die im Schulausschuss der Stadt Wuppertal veröffentlichte Stellungnahme des Gebäudemanagements der Stadt Wuppertal zur Kenntnis, wonach für den Zustand der Wuppertaler Schultoiletten überwiegend die Kinder verantwortlich gemacht werden.

Auslöser der Debatte waren die unhaltbaren hygienischen Zustände der Toilettenanlagen an der Katholischen Grundschule Wichlinghausen. Diese Schule nun öffentlich an den Pranger zu stellen und darüber hinaus weitere Schulen namentlich zu benennen, an denen es Probleme mit den Toilettenanlagen gibt, ist skandalös. Damit werden die berechtigten Beschwerden vieler Schulen über den maroden Zustand zahlreicher Toilettenanlagen in Wuppertaler Schulen vollkommen ausgeblendet. Viele dieser Anlagen sind seit 30 Jahren oder länger in Betrieb und entsprechen längst nicht mehr den Anforderungen an moderne und kindgerechte Sanitäranlagen.

Den Schulen ist die Problematik von Vandalismus selbstverständlich bekannt. Sie arbeiten kontinuierlich mit pädagogischen Konzepten und kreativen Ideen daran, diesen Herausforderungen zu begegnen. Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass zahlreiche Toilettenanlagen dringend sanierungsbedürftig sind. Diesen Sanierungsstau zu beheben, ist nicht nur ein Auftrag an den Rat der Stadt Wuppertal im Hinblick auf notwendige Investitionen in die Bildungsinfrastruktur, sondern auch eine Frage der Wertschätzung gegenüber unseren Schulen und den dort lernenden Kindern.

Besonders deutlich wird dies an der konkreten Situation an der Katholischen Grundschule Wichlinghausen. Die Toiletten befinden sich im Keller und verfügen über eine mangelhafte Beleuchtung. Eine Feuerschutztür auf dem Weg zu den Toiletten kann von Kindern der ersten Klasse nicht eigenständig geöffnet werden. Die Sechsjährigen sind deshalb darauf angewiesen, ältere Kinder aus dem dritten Stock zu holen, damit diese ihnen die Tür öffnen. Regelmäßig führt dies dazu, dass den Kindern bereits vor der Toilette ein Malheur passiert. Hinzu kommt, dass die Toiletten für kleine Kinder zu hoch angebracht sind, so dass sie nicht sicher und altersgerecht genutzt werden können. Auch dies führt immer wieder zu Verunreinigungen, wenn Kinder beim Versuch, von der Toilette herunterzurutschen, das Gleichgewicht verlieren. Diese Zustände zu ändern wäre Auftrag der Stadt und des Gebäudemanagements.

Unverständlich ist, warum in der öffentlichen Darstellung abgestritten wird, dass nach Aussagen einer Fachfirma konkrete Verstopfungen und Geruchsbelästigungen unter anderem durch mangelnde Spülleistung und starke Urinsteinbildung verursacht wurden. Statt die baulichen und technischen Mängel in den Blick zu nehmen, macht es sich das Gebäudemanagement zu leicht, die Verantwortung einseitig auf Kinder und Schulen abzuwälzen. Jetzt auch noch die Lehrkräfte an den Pranger zu stellen, sie hätten nicht rechtzeitig Meldung gemacht, weisen wir entschieden zurück. Wenn zwischen Freitag und Montag das Problem aufgetaucht ist, wurden in dieser Zeit nach Vereinbarung der Stadt die Toiletten mindestens dreimal geputzt. Ist es nicht Verantwortung des Reinigungspersonals Unregelmäßigkeiten zu melden? Müssen jetzt Lehrkräfte auch noch die Spülleistung der Klos kontrollieren?

Die in der Öffentlichkeit verbreitete Aussage, das Gebäudemanagement sehe kaum Möglichkeiten, die Situation zu verbessern, dies sei vor allem Sache der Schulen, ist ein Offenbarungseid und kein Zeichen einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Schulen und Gebäudemanagement.

Die GEW fordert an dieser Stelle eine Entschuldigung des Gebäudemanagements der Stadt Wuppertal an die Wuppertaler Schulen und appelliert an einen konstruktiven Umgang miteinander, um gemeinsam tragfähige Ideen und Lösungen zu finden. Eine Erhebung des Sanierungsbedarfs an den Wuppertaler Schulen wäre ein erster Schritt.