Noch in diesem Sommer wurde im Landtag NRW intensiv darüber diskutiert, wie der Schwimmunterricht gestärkt und die Schwimmfähigkeit von Kindern verbessert werden kann. Der Handlungsbedarf ist groß: Rund die Hälfte aller Grundschulkinder in Nordrhein-Westfalen kann nicht mehr sicher schwimmen.
In Wuppertal scheint man daraus andere Konsequenzen zu ziehen. Zum Sommerferienbeginn erhielten 13 Grundschulen die Nachricht vom Schwimmverband Wuppertal, dass die bisher eingesetzten Schwimmhelfer*innen im neuen Schuljahr ersatzlos wegfallen.
Für die GEW Wuppertal ist diese Vorgehensweise überhaupt nicht nachvollziehbar. Bei den Schwimmhelfer*innen handelt es sich in der Regel um Sportstudierende, die den Schwimmunterricht zusätzlich unterstützen. Angesichts des ohnehin bestehenden Mangels an Lehrkräften, die Schwimmunterricht erteilen können, sind sie eine wichtige und praktische Unterstützung. Sie helfen z. B. dabei, die Kinder entsprechend ihrer Schwimmfähigkeit in Nichtschwimmer*innen, Schwimmanfänger*innen und Schwimmer*innen einzuteilen. So kann der Unterricht wesentlich gezielter auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet werden. Gleichzeitig können die Schwimmhelfer*innen unmittelbar im Wasser mit den Kindern arbeiten – etwas, das Lehrkräften aufgrund ihrer Aufsichtspflichten nur sehr eingeschränkt möglich ist.
Schwimmlehrkräfte von betroffenen Schulen berichten der GEW: „Wir sind aktuell nur noch zwei Lehrkräfte, die Schwimmen unterrichten dürfen. Bei drei Klassen pro Jahrgang ist die Durchführung des Schwimmunterrichts ohne zusätzliche Unterstützung kaum möglich. Ein großes Problem ist auch, dass immer mehr Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft ohne Vorkenntnisse in den Schwimmunterricht kommen und über keinerlei Schwimmerfahrungen verfügen. Außerdem sind die Lerngruppen sehr heterogen, vor allem jetzt wo wir Schule des Gemeinsamen Lernens sind mit Kindern, die sonderpädagogischen Förderbedarf haben.“
Dazu Richard Voß aus dem Leitungsteam der GEW Wuppertal: „Es ist absurd: Überall wird davon gesprochen, wie wichtig es ist, dass Kinder schwimmen lernen und der Schwimmunterricht gestärkt werden muss. Und gleichzeitig wird 13 Wuppertaler Grundschulen diese wichtige Unterstützung gestrichen. Es ist auch völlig unklar, nach welchen Kriterien die 13 Schulen ausgewählt wurden, denn zahlreiche weitere Wuppertaler Grundschulen bekommen auch in diesem Schuljahr Schwimmhelfer*innen zur Unterstützung. “
Die GEW Wuppertal erwartet vom Schwimmverband Wuppertal und von der Stadt Wuppertal, dass hier schnellstmöglich eine Lösung für die betroffenen Schulen gefunden wird.
Kontakt: Richard Voß, Tel. 0163 29 82 740

